Kalligraphie-Schreibgeräte

In meiner Kindheit gab es das Fach „Schönschreiben“ und dort hatte ich meine einzige schlechte Note, denn als Linkshänder verschmierte ich ständig die Tinte. Schrieb ich in Spiegelschrift von rechts nach links, sah es zwar schöner aus, doch die Lehrerinnen gaben mir komischerweise trotzdem kein Sehr gut.

Nun war es an der Zeit, dieses Trauma zu überwinden und nach langer Suche fand ich endlich „mein“ Kalligraphie-Werkzeug. Denn auch der falsche Stift kann an einem schlechten Ergebnis schuld sein. Ich fing gleich mit zwei absolut unpassenden Schreibgeräten an und pausierte dann einige Zeit, weil ich dachte, ich könne es halt nicht. Doch mit dem richtigen Stift ging es plötzlich wie von selbst.

Zum Beginnen kaufte ich mir eine Tuschefeder, irgendwie auch eine Reminiszenz an die Schulzeit. Und was konnte ich da schon falsch machen. Jahrhundertelang hatten Mönche die schönsten Evangeliare damit kopiert und auch noch niedliche Drolerien in den Randbereichen eingefügt. Ich hingegen scheiterte kläglich. Der Strich bekam – egal welchen Aufsatz ich auch benutzte – niemals diese variable, dynamische Linienform, die ich mir vorgestellt hatte. Es kratze, kleckerte und quietschte. Außerdem musste man nach jedem Buchstaben neu eintauchen, was ich höchst lästig fand. Deshalb ist in meiner Testaufstellung die Feder gar nicht mehr vertreten.

letteringtools
Von oben nach unten: (1) Pentel, (2) Waterbrush, (3) Sakura Koi Coloring Brush Pen, (4) edding 1340 Brush Pen, (5) Tombow WS-Bs Brush Pen

Nach dem Federfrust bestellte ich mir einen Pinselstift von Pentel (1), von dem ich einige gute Rezensionen gelesen hatte. Doch ich fand ihn eher enttäuschend, denn wenn man damit schnell schrieb, war die Tinte nicht deckend und es sah sehr ausgefranst aus. Außerdem musste ich relativ großflächig arbeiten, damit sich die Kurven nicht zu einem großen Fleck verwischten. Vielleich habe ich mich auch zu wenig lange damit auseinander gesetzt, aber für mich (Linkshänder?) schien dieser Pinselstift nicht geeignet zu sein.

Genauso erging es mir auch bei meinen Versuchen mit Aquarellfarben und einem Waterbrush (2) zu schreiben.

Nach weiteren Recherchen im Internet besorgte ich mir Filzstifte mit weicher Pinselspitze, die für Kalligraphie geeignet sein sollten – und es wurde von Kauf zu Kauf besser. Koi Coloring Brush Pen von Sakura (3) brachte mich schon in die Nähe dessen, was ich mir unter Lettering vorstellte. Außerdem waren die 24 Stifte (ca. 38 Euro) einigermaßen günstig, wenn man es mal versuchen will. Ganz wunderbar zum Schreiben und auch vom Preis (10 Stück ca. 13 Euro) sind die edding Fasermaler 1340 (4) mit variabler Spitze. Perfekt für die vielen Übungsseiten, die ich diesen November mit den diversen Alphabeten gefüllt habe.

Doch der absolute Gewinner meines Tests war der Tombow WS-BS Brush Pen Fudenosuke (5). Eine flexible Pinselspitze, die aber doch hart genug ist, um absolut präzise Linien zu ziehen. Man kann durch Druck exakt dosieren, ob die Linie breit oder schmal werden soll. Als ich das erste Mal mit diesem Stift arbeitete, war ich wirklich verblüfft, wie leicht es plötzlich ging, „schön“ zu schreiben. Also perfekt für Linkshänder – aber ich denke, auch für Rechtshänder. Das hat leider seinen Preis. Den schwarzen Stift gibt es um 3,80 Euro bei Amazon. Aber das ist er wert. Das ganze Set ( 12 Farben um ca. 33 Euro) werde ich mir wohl zu Weihnachten wünschen.

goodenough

Genau! Auch bei der Kalligraphie 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s