Tomaten-Degustation

An einem der letzten lauen Sommerabende verkosteten wir im kleinen Kreis die 2016er Tomaten. Nur mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer wurden neun Sorten auf Geschmack, Bissfestigkeit und natürlich auch Aussehen getestet. Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.04.20

Die absolute Nummer 1  aller Tester war Herta. Diese Fleischtomate aus Südtirol  verdankt ihren Namen einer Gärtnerin aus Bozen, die die Tomate jahrelang kultiviert und somit erhalten hat. Der ursprüngliche Name ist leider verloren gegangen.

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Herta besticht schon mit ihrem Aussehen, das an große roten Blumen erinnert. Der Geschmack ist fruchtig und süß. Sie lässt sich gut schneiden, z.B. für Caprese, da sie nicht wässrig ist, aber auch als Sugotomate funktioniert sie wunderbar. Der Ertrag ist sensationell und die Tomate scheint sehr robust zu sein. (Note 1,4, Edition Stekovics)

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Platz zwei teilen sich die beiden Cocktailtomaten Goldita und Vesennij Michurinskij, wobei die Vesennij von den Erwachsenen bevorzugt wurde. Goldita punktet mit der frühen Reife, ihrem extrem süßen Geschmack und der warmen gelborangen Farbe. Ein Nachteil ist die etwas härtere Schale, die bei den kleinen Früchten leider auffällt. Auch der Ertrag ist mit den Unmengen, die die Vesennij produziert, nicht zu vergleichen. (Note 1,8, Edition Stekovics)

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.01.03Die Schlesische Himbeere hat mit der Note 2,0 einen Stockerlplatz knapp verfehlt, wobei sie meine heimliche Favoritin ist. Ich mag die ungewöhnliche Farbe und ihre Form erinnert an Riesenerdbeeren. Einzelne Früchte können ein Gewicht von 600 bis 700 Gramm erreichen – wobei die Größe im Grunde nicht wichtig ist, aber etwas stolz macht es die Gärtnerin doch.  Die Schlesische Himbeere ist etwas mehliger als Herta und somit die perfekte Grundlage für meine Tomatensoßen. Der Ertrag ist umwerfend und sie ist absolut pflegeleicht. (Note 2,0, Edition Stekovis)

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.02.31Note 2,0 erhielt auch die Datteltomate Tilly. Als Naschtomate direkt vom Strauch für mich absolut unschlagbar, denn es hängen immer irgendwo reife Früchte an den Ästen. Die reich tragende Tilly schmeckt sehr süß, die Schale ist knackig, sie wuchert nicht so wie z.B. die Vesennij und ist daher für eine Topfkultur optimal geeignet. (Note 2,0, Bio Preisegger, Eisenstadt)

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.01.47Die Black Cherry schaffte es nur auf Platz 6, aber das mag an den nicht 100%ig reifen Früchten gelegen haben. Ich hatte nicht genug, um jeden Testern zwei oder drei Stück zu geben. So war es ein Glücksspiel, ob man eine saure oder eine süße erwischte. Das tut mir fast ein bisschen leid, denn wenn sie reif ist, gehört die Black Cherry  zu den besten Cocktailtomaten überhaupt. Sie reift aber etwas spät und trägt auch nicht so üppig. (Note 2,2, Bio Preisegger, Eisenstadt)

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.02.08Nun zu den letzten Plätzen. Die Kürbisparadeiser war weder im Geschmack noch beim Ertrag überzeugend. Außerdem scheint sie sehr anfällig für Braunfäule zu sein und viele Früchte sind nach zwei Regentagen, die die anderen Tomaten überhaupt nicht beeindruckten, aufgeplatzt. (Note 3,0, Edition Stekovics)

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.01.36Die Green Zebra ist eher etwas fürs Auge. Sie war allen Testern zu sauer, obwohl die Früchte ausgereift und weich waren. Der Ertrag ist ganz okay und wenn man mal eine gelbgrüne Soße haben will, ist diese Tomate vielleicht ganz lustig. (Note 3,4, Reinsaat)

Bildschirmfoto 2016-08-28 um 17.04.55Die Moneymaker scheint aus einem holländischen Glashaus zu stammen. Wässrig und geschmacklos, dabei aber unglaublich reich tragend. Ich habe diese Tomate zu Beginn meiner Gärtnerkarriere mal ausgesät und sie nach dem ersten Versuch gleich wieder verworfen.  Doch seit dieser Zeit geht sie immer irgendwo im Garten von selbst auf. Sie ist also auch sehr robust 🙂 und ich bringe es dann nicht übers Herz, sie auszureißen, weil ich bis zur ersten Frucht auch nie weiß, welchen Wildwuchs ich da habe. (Note 3,6, Austrosaat)

Somit haben sich für 2017 folgende Tomaten zur Wiederaussaat qualifiziert: Herta, Schlesische Himbeere, Goldita und Tilly. Und ein paar neue Sorten zum Testen werde ich mir im Mai 2017 bei Erich Stekovics in Frauenkirchen wieder holen. 2017 soll es vor allem  blau werden.

 

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