Violettes Moorhuhn – aus Porridge, Pies and Pistols

Bridget Jones kocht blaue Suppe, ich zaubere violette Hühner. Auf der Leinwand finde ich die Farbe ja ganz apart, doch als sich meine Hühner plötzlich violett färbten, hat mich das doch gestresst. Daher sind die Fotos nicht sonderlich gelungen – doch the Grouse schmeckte phantastisch :)

Aber der Reihe nach. Der Krimi geht in den letzten Jahren oft Hand in Hand mit dem Kochbuch und die Kurzgeschichtensammlung “Porridge, Pies and Pistols” ist ein schönes – und vor allem gutes – Beispiel dafür. Denn jede Geschichte ist mit einem Rezept versehen. Ich habe mir von Jennifer B. WindGrouse/Schottisches Moorhuhn in Rotweinsauce ausgesucht. Ja, wir kommen der violetten Farbe schon auf die Spur.

Da im Burgenland das Moor selten und die Moorhühner noch seltener sind, habe ich Wildhühner erstanden. (Seit langer Zeit wieder einmal, da es die selten gibt und ich noch seltener Fleisch koche.) Dann habe ich mich – fast – ans Rezept im Buch gehalten:

  • 3 küchenfertige Moor- bzw. Wildhühner (für 6 Personen)
  • 125 g Butter
  • 2 große Karotten
  • 1 gr. Zwiebel
  • 250 ml Rotwein (First Hill Red, Rotweincuvée aus dem Burgenland)
  • 400 ml Suppenfond
  • 250 gr Champignons (habe ich durch Pastinaken und Lauch ersetzt)
  • 1 Zweig Rosmarin
  • Salz/Pfeffer

Violettes Huhnklein

Nur fast, denn die Zubereitung musste aus dem Gedächtnis funktionieren, da sich mein eBook samt Rezept auf dem iPad befand, welches samt Sohn irgendwo in der Nachbarschaft verschwunden war. Ich – etwas unter Zeitdruck –  dachte, na, das schaffe ich auch so, zerlegte erstmal die Hühner in Portionsstücke und briet sie in Butter rundum an.

Nun hätte ich sie rausnehmen müssen, das Gemüse klein schneiden und im Bratenfett dünsten. Dazu den Rotwein und die Suppe – und dann erst wieder das Huhn in den Topf. Dies alles 20 Minuten bei niedriger Hitze garen – Huhn fertig.

Ich hingegen goss auf das angebratene Huhn zuerst den Rotwein – ja, da hätte ich es auch gleich anmalen können. Der Versuch, mit dem Fond die Farbe etwas abzuwaschen, scheiterte und nun kam ich doch etwas ins Schwitzen. Ich ließ das Huhn vor sich hin köcheln, gab einen großen Rosmarinzweig dazu – denn ich liebe die Farbkombination violett/grün – und überlegte, wie ich das Desaster noch retten konnte. Mit einer Soße, die die Farbe überdeckte! Also, das Gemüse (gelbe und orange Karotten, Zwiebel, Lauch, Pastinaken, kleines Stück Sellerie) in einer extra Pfanne angebraten, weichgekocht, dann mit dem Pürierstab püriert, mit dem Rotwein-Suppenfond verdünnt und mit mit etwas Schlagobers sämiger gemacht. Das wurde noch mit Salz und Pfeffer gewürzt. Es hat wunderbar geschmeckt, aber farblich überhaupt nicht mit dem Huhn harmoniert. Hellbraun! Egal, da musste ich durch, denn die Gäste kamen in 15 Minuten. Mein Sohn auch – na, der würde sich etwas anhören können.

Da die Gemüsebeilage in der Soße aufgegangen war, kochte ich noch schnell ein paar Bandnudeln und fertig war ein optisch katastrophales aber geschmacklich wunderbares Abendessen :)

Wie man es besser macht steht in der kulinarischen Krimianthologie “Porridge, Pies and Pistols” – mit 20 britischen Kurzgeschichten und dazu passenden Rezepten. Wie z.B. Beef in Guiness, Queen Mary Kuchen oder Makrelen mit Stachelbeersoße – das nächste Mal mache ich übrigens die Scones oder die Muffins :) , da kann ja wohl nichts schiefgehen.

Bildschirmfoto 2014-01-28 um 09.03.20

  • Broschiert: 292 Seiten
  • Verlag: Conte; Auflage: Erstausgabe (Juli 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3941657879
  • € 12,90 

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