Madeleines á la Proust

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit bin ich auch ständig – aber manchmal setze ich mich einfach in den Garten und genieße eine Tasse Kaffee mit ein paar Madeleines. 

Madeleines

  • 125 g geschmolzene Butter
  • 3 Eier
  • 80 g Zucker (Kokosblütenzucker)
  • 10 Tropfen Stevia
  • 1 EL Honig
  • 1 Vanilleschote
  • 50 g Mehl
  • 50 g Buchweizen
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Eier, Zucker, Stevia, Vanille und Honig schaumig rühren. Mehl, Buchweizen, Mandeln, Salz, Backpulver, geschmolzene Butter (eventuell etwas Rosenaroma) dazugeben und durchrühren. In die Madeleineformen gießen und im Backofen bei 150 Grad für 10 Minuten backen. Meine Madeleineform ist so klein, dass ich mit dieser Teigmenge auch noch ein paar Muffins machen kann.

Madeleines1

Hier folgt das Originalrezept. Ich habe in meiner Variante oben – wie immer – versucht, den Zucker und das Mehl zu reduzieren:

  • 125 g geschmolzene Butter
  • 3 Eier
  • 130 g Zucker
  • 1 EL Honig
  • 100 g Mehl
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Madeleines3

Und hier ist das Originalzitat von Marcel Proust: „Sie ließ daraufhin eines jener dicklichen, ovalen Sandtörtchen holen, die man „Petites Madeleines“ nennt und die aussehen, als habe man dafür die gefächerte Schale einer Jakobs-Muschel benutzt. Gleich darauf führte ich, ohne mir etwas dabei zu denken, doch bedrückt über den trüben Tag und die Aussicht auf ein trauriges Morgen, einen Löffel Tee mit einem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen. In der Sekunde nun, da dieser mit den Gebäckkrümeln gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. Es hatte mir mit einem Schlag, wie die Liebe, die Wechselfälle des Lebens gleichgültig werden lassen, seine Katastrophen ungefährlich, seine Kürze imaginär, und es erfüllte mich mit einer köstlichen Essenz; oder vielmehr: diese Essenz war nicht in mir, ich war sie selbst. Ich hatte aufgehört mich mittelmäßig, zufallbedingt, sterblich zu fühlen. Woher strömte diese mächtige Freude mir zu? Ich fühlte, daß sie mit dem Geschmack des Tees und des Kuchens in Verbindung stand, dass sie aber weit darüber hinausging und von ganz anderer  Wesensart sein musste.“ 

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